Forderung nach neuen Formen der Zivilgesellschaft
„Globale Gerechtigkeit weiterdenken“ war der Titel der Veranstaltung, zu der der Weltladen-Dachverband ins Mainzer Landesmuseum geladen hatte. Vertreter*innen von Weltläden, anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Stadt Mainz folgten der Einladung und erlebten eine spannende Diskussion, wie wir den großen Krisen unserer Zeit begegnen können.
Der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling würdigte in seinem Grußwort das langjährige Engagement der Fair-Handels-Bewegung für eine gerechtere Gestaltung der Globalisierung.
Gifty Rosetta Amo Antwi, Geschäftsführerin des Weltladen-Dachverbandes, verwies zunächst auf die Erfolge, die die Weltladen-Bewegung in den letzten 50 Jahren erzielt habe. Aus dem ersten Weltladen, der Anfang der 1970er Jahre in Stuttgart seine Pforten öffnete, sei eine Bewegung mit 900 Weltläden und zahlreichen weiteren Fair-Handels-Organisationen geworden. Insgesamt habe der Umsatz mit Produkten aus Fairem Handel 2024 einen Wert von rund 2,6 Milliarden Euro erreicht.
Trotz Erfolge kein „weiter so“
Doch angesichts der großen Herausforderungen wie die Klimakrise, wachsende Ungleichheit oder fortschreitende Entsolidarisierung sei ein „weiter so“ nicht mehr angebracht, waren sich die Diskutant*innen einig. Matthias Fiedler, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel, plädierte für eine engere Vernetzung des Fairen Handels mit anderen sozialen Bewegungen. Dr. Boniface Mabanza, Referent für Welthandelsfragen bei der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika, regte in seiner Keynote als Antwort auf eine größer werdende Polarisierung neue Formen zivilgesellschaftlichen Engagements an, die mutiger und kreativer werden müssten. Laut Christina Arkenberg, Aufsichtsratsvorsitzende von Fairtrade Deutschland, sei es wichtig, Menschen darin zu bestärken, sich weiter in ihrem eigenen Einflussbereich für den Fairen Handel einzusetzen.
Fairer Handel gibt weiterhin Zuversicht
Mut machten die Berichte von Nadeesha Madushani, Produktmanagerin bei der Fair-Handels-Organisatin Selyn in Sri Lanka, sowie von den Kaffeeproduzent*innen Matilde Perdomo Romero und Merlin Alexis Urrea Pinto, Mitglieder der Kaffeekooperative CAFESCOR in Honduras. Angesichts der Herausforderungen, die zum Beispiel die Klimakrise und steigende Rohstoffpreise mit sich bringen, biete der Faire Handel ihnen konkrete Unterstützung sowie Zuversicht für eine bessere Zukunft.
Anstoßen auf 50 Jahre Weltladen-Dachverband
Im Anschluss an die Podiusmdiskussionen feierten die rund 80 Gäste das 50-jährige Bestehen des Weltladen-Dachverbandes. Bei Musik, Fingerfood und Getränken haben die Teilnehmenden weiter rege diskutiert und sich ausgetauscht.